Weihnachten mit Tiffany…

aufgeschrieben unter dem Eindruck des Erlebten schon am 1.Januar 2019…

Weihnachten lässt traditionell ein bisschen Ruhe einkehren: aus “ voller Fahrt “ wird alles in einen Ruhemodus herunter gefahren, der dann wiederum abgelöst wird durch ebenfalls schon fast traditionelle Abläufe:

Jungs und Mädels fallen ein, bringen Freunde mit, die Tante reist an und alle bleiben lange und offensichtlich gerne, manche kommen später, manche kommen früher, der eine oder die andere verlässt das Treiben für Stunden, um dann wiederzukommen und nach Essen zu fragen und “ was geht …! „

Nicht dass damit genug wäre: das Ferienhaus ist belegt, Gäste und Hunde feiern dort Weihnachten und Silvester und in der Folge des ganzen “ Getümmel “ stellt sich tageweise Parkplatznot vor dem Grundstück ein!

Nebenbei wird in diesen Tagen regelmäßig der Jahresspitzenverbrauch an Strom, Wasser und Heizöl erreicht: die unterschiedlichen Tag-und Nachtrhythmen der Akteure führen nicht nur dazu, dass sich gelegentlich diejenigen, die gerade schlafen gehen mit denjenigen treffen, die gerade aufstehen, beiläufig ist es auch notwendig, 24 h Warmwasser, Licht und Heizung nicht auf Abruf, sondern durchgängig vorzuhalten!

Die unterschiedlichsten Lebensmittel und Getränke werden in Anstaltsmengen angeliefert oder eingekauft, es lohnt sich kaum, den Backofen abzuschalten.

Hunde laufen mit Augenringen umher, wissen nicht genau, wo sie denn nun zu Ruhe kommen können, hinter jeder Ecke droht gleich wieder jemand hervor zukommen und den Hundeschlaf zu stören.

Handys buchen sich in die zahlreichen Alexa`s und Echos`s ein, erfüllen Musikwünsche, spielen Playlists der Besucher, beantworten Fragen und geraten mit den zahlreichen Wünschen und der Abarbeitung der zahlreichen Timer für hart gekochte Eier, wenden der Weihnachtsgans oder herausnehmen des Hackbratens aus dem Ofen an die Grenze ihrer Kapazität…

Dieser Tage häufen sich die Ausreden der Sprachassistenten : „ich kann keine Netzwerkverbindung herstellen“ und man hat den Eindruck, dass sie froh sind, wenn alle schlafen gehen, was ja eben selten, s.o., der Fall ist …!

Dieses Jahr ist vieles anders: über allem schwebt die Erkenntnis, dass wir Weihnachten fast ohne Uli hätten verbringen müssen, erst im Nachhinein verstehen wir, dass sie und wir großes Glück gehabt haben mit dem vorerst glimpflichen Ausgang ihrer Lungenembolie!

In den Zeitfenstern, die ihr ihre langsam wiederkehrenden Kräfte lassen, beschäftigt sich Uli -aller Schwächen zum Trotz- mit ihrem geliebten Kochen, aufgelockert durch Strickpausen und ein bisschen nachdenken …!

So ist denn dieses Weihnachten und die Zeit „zwischen den Tagen“ und der Jahreswechsel trotz aller vordergründiger „Rummeligkeit“ innerlich auch geprägt von stiller Einkehr und Nachdenklichkeit, aber auch der sehr davon, dass ganz viel besser und auch anders werden kann :

Uli ist neues Leben eingehaucht und meinem Leben steht durch den Ende des Jahres vollzogenen Verkauf des Ingenieurbüros ein viel versprechender signifikanter Wandel bevor : die 60h+ – Wochen dürften schon bald der Vergangenheit angehören und trotz aller neuen und alten Aufgaben wird Freiraum und mehr Freude am Tun entstehen für das, was in der Vergangenheit nicht immer, aber eben doch viel zu oft zu kurz gekommen ist …!

Nur eine ist völlig unberührt von allem: Tiffany!

Tiffany ist unser Mitte Dezember bei uns eingezogener Staubsaugroboter, der sich so richtig wohl bei uns fühlt :

In den wenigen „Betriebspausen“ des Lebens hier im Haus hat Tiffany sich mit der Beseitigung der Hinterlassenschaften des Tages, angefangen bei Hundehaare, Brotkrümeln, Konfetti, Lametta und vielem anderen mehr beschäftigt, ist dabei sogar unter das Sofa gekrochen und hat uns nach getaner Arbeit mit frisch gesaugten Böden erfreut!

Ihren Namen hat Tiffany von Alena erhalten und wir hoffen, dass Tiffany ist noch lange so dezent und beiläufig ihren Dienst verrichtet und nicht irgendwann frustiert türmt…!

Das heute zu Ende gehende Jahr war neben der “ Jahresendeskalation “ eines der anstrengendsten, aber auch ereignisreichsten der letzten Jahre :

Zu Beginn des Jahres 2018 haben die Vorbereitungen für den Verkauf des Ingenieurbüros Fahrt aufgenommen, um bereits Mitte des Jahres in konkrete Verhandlungen mit dem vielversprechendsten „Bewerber“ überzugehen …!

Die zweite Jahreshälfte war mit „Detailverhandlungen“ zum Prozedere des „Betriebsüberganges“ gefüllt und zum Jahresende sind dann alle relevanten Verträge abschließend gezeichnet und der Büroverkauf vollzogen wurde.

Viel Herzblut ist geflossen, Kollateralschäden sind entstanden und im Abgang ein Beigeschmack geblieben:

Einfaches Fazit:

Mitarbeitern kann man nichts recht machen, man kann nur verlieren, egal ob man rechtzeitig und vollständig kommuniziert oder „hinter dem Berg hält“: obwohl der für die Mitarbeiter optimale Betriebsübergang vollzogen wurde – es gibt eigentlich nur Gewinner -, geht man als „Trump “ aus so einer Aktion hervor und bleibt es auch..!

Gefühlt tausenderlei faktisch unbegründete Befindlichkeiten, Sorgen, Nöte waren und sind zu kanalisieren und kompensieren…

Das jeweils letzte Wort ist mit Sicherheit das falsche …!

Fast vorbei:

Nunmehr erwartet mich eine limitierte Beratertätigkeit, in der ich mich zumindest weitestgehend nicht mehr mit diesem subalternen Gewäsch abeseln muss…!

Diese Worte scheinen hart, gleichwohl sind sie nicht meine, sondern die meines Vaters, der mir diese Lebensweisheit (?!!) bereits vor über 30 Jahren auf den Weg mit gegeben hat: damals habe ich gelächelt, heute weiß ich endgültig, was er mir damit sagen wollte…

Arrogant hin oder her: Alles hat sicherlich zwei Seiten, aber das in den letzten Monaten im Zusammenhang mit dem Betriebsübergang Erlebte war schon mehr als eindrücklich …!

Unabhängig davon hat es einen der schönsten Sommer seit langer Zeit gegeben, einen schönen Urlaub auf dem Wasser mit unserer ersten Nachtfahrt, das Super-Kreuzfahrt-Wochenende mit Daniela und Thomas, die Motorradfahrt nach Bornholm und vieles andere mehr.

Manches gab es auch nicht, damit das nicht so bleibt :siehe oben 🙂 !

„Für den Kopf“ gab es dann noch ein paar andere „Aktionen“, die man getrost hätte auch verschieben können, die aber einfach gut taten und das Gefühl vermittelten, endlich mal was sinnvolles zu tun : im Keller, besser im „Souterrain habe ich nach dem Motto „back tot he roots“ Teile des alten Büros renoviert und „neu gestaltet“ und werde nun dort zukünftig meiner “ Sachverständigentätigkeit “ nachgehen …!

Zudem hat das Schlafen zwischen Wäschebergen ein Ende gefunden: im ehemaligen „Kinderzimmer“ des Ferienhauses ist ein „Wäscheraum“ entstanden und eine Außentür hergestellt worden, so dass man auch bei belegter Ferienwohnung dort Wäsche waschen, trocknen und bügeln kann, natürlich komfortabel mit Fernseher, damit Uli den Spaß am Bügeln nicht verliert… 🙂

Das Video von Maarten Baas fasst ein bisschen die aktuelle Aufbruchstimmung auf einfache Weise zusammen :

„Let`s move on!“

Weihnachtsgeschichte 2018…

Weihnachten ist traditionell die Zeit der Besinnlichkeit, aber letztlich auch der Erneuerung im weitesten Sinne…

Der in dieser Zeit der Überlieferung nach zu Beginn unserer Zeitrechnung geborene Erneuerer erinnert mich dieser Tage an meine Lebenssituation :

Ursprünglich frisch und frei, im Gegensatz zu mir mutmaßlich auch fromm geboren, verkam sein Elan und seine Motivation mehr und mehr zur Bedeutungslosigkeit, zunehmend fiel es ihm immer schwerer, den vielfältigen Anforderungen seiner Jünger zu entsprechen, unter anderem wegen deren für jedermann erkennbaren überwiegend sinnfreien Inhalts.

Hätte man damals schon des Kaisers Bart erfunden, hätte man sich bereits damals trefflich darum gestritten….

Dem Protagonisten ging es also damals ähnlich wie 2018 Jahre später einem einfachen Ingenieur, mit dem Unterschied, das letzterer nur virtuell ans Kreuz genagelt und Opfer seines Tuns wurde und zudem die Abläufe noch weitestgehend selbst bestimmen konnte.

Letztlich waren beide irgendwann verbrannt, beim einen ging gar nichts mehr und nach seinem fremdbestimmten vorösterlich Abgang hat er sich fortan nur noch „backstage“ in die Köpfe der Menschen eingebracht. Manche wollten ihn zwar wiederhaben, glorifizierten ihn im Nachhinein sogar, obwohl man ihn doch zuvor am liebsten loswerden wollte…

Die Duplizität der Ereignisse drängt sich erst nach einigem Nachdenken auf und ist zudem per se zwar vermessen, dennoch hat sie sich mir irgendwie aufgedrängt beim zeitweisen absichtslosen Nachdenken über Weihnachten und dessen langfristige Folgen : wie seinerzeit gab es einen überraschenden Geburtstag, einen signifikanten Kurswechsel, neue Lichtblicke und Horizonte und ein neues Wirken „backstage“…

Was ist passiert ?

Im Dezember ist Uli durch eine meldepflichtige Störung beim Umlauf notwendiger Betriebsstoffe fast „gehimmelt“ worden, im medizinischen Sinne hatte ihr ohne Vorankündigung eine beidseitige Lungenembolie den Spaß am Kettenrauchen und am Kochen genommen.

Nach einem kurzen Aufenthalt in einem so genanntem Krankenhaus, sinnigerweise im Dementenzimmer – damit sie auch dort etwas zu arbeiten hatte – hat sie die Anstalt mit durch Leichtlaufadditive stark verdünntem Blut zwar schwach, aber dennoch fluchtartig wieder verlassen. Zwischenzeitlich sind ihre Kräfte wieder soweit wieder halbwegs hergestellt, das sie zumindest dem erwähnten zweiten Spaß wieder nachgeht und einen umfänglichen Feiertagsspeiseplan erarbeitet hat und umsetzt, allerdings zunächst nur mit kleinen imbissähnlichen Gerichten wie Kaninchen, Gans und anderes totes Getier mit Saisongemüse…

Die Erkenntnis, wie knapp Uli die Kurve vor dem Abgrund bekommen hat, hat sich erst einige Zeit nach der eigentlichen “ Betriebsstörung “ ergeben …!

In diesem Sinne feiern wir Weihnachten nun ihren zweiten Geburtstag und freuen uns mit ihrem Hausarzt und über seine Worte “ ich freue mich, sie lebend wiederzusehen! „

Einige Zeit wird es noch dauern, bis Uli wieder ihre Alten auf Trab bringt, im Vordergrund steht jetzt die Besinnung auf die eigenen Kräfte und notwendigerweise auch ein Einlassen auf einen zumindest etwas den verbliebenen Möglichkeiten angepassten Lebenswandel.

So gesehen sind Uli und ich mit diesem Vorhaben auf Augenhöhe: das eine oder andere muss anders, aber nicht unbedingt schlechter, vielleicht sogar besser werden!

Mich betreffend stehen zumindest die diesbezüglichen Vorzeichen gut:

Nach langem Vorlauf mit vielen Kollateralschäden ist Weihnachten zur Wendemarke für einen nachhaltigen Richtungswechsel in meinem Leben geworden:

Meine bisherige Tätigkeit als Pausenclown  und  Bademeister (ich durfte alles ausbaden …!) im Ingenieurbüro Wenzel ist Geschichte !

Nicht dass es mir da nicht oft auch gefallen hätte und mir dadurch Dinge und Freiheiten ermöglicht wurden, die ich als abhängiger bezahlter Sklave nicht erhalten hätte, war es doch im Laufe der Jahrzehnte zu dem eingangs beschriebenen Verlust an Motivation und Elan, verbunden mit erkennbarem “ Brennschluss “ notwendiger Antriebe gekommen…

Den Ablauf im Einzelnen brauche ich hier weder für andere noch für mich aufschreiben, er wird mir für immer im Gedächtnis bleiben und die “ anderen „, die es interessiert, wissen es auch schon und haben mir mit ihrer jeweiligen Sicht der Dinge und Einschätzungen und Bestärkung so viel Mut macht, dass es nun Vollzug zu melden gibt. Dafür bin ich sehr dankbar !

Mein zukünftiges Leben wird denn nun auch zu einem großen Teil „backstage“ stattfinden, die „Schusslinie“ habe ich weitestgehend verlassen und kann mich meinen verschiedenen “ Folgeverwendungen “ und Interessen widmen und auf das fokussieren, was mir Spaß macht und mir gut tut …!

Ich will nicht von nachlassenden Kräften sprechen, dennoch gilt es, die Verbleibenden zu bündeln und noch ein wenig sorgsamer mit der von mir so gern vielzitierten “ Restlaufzeit “ umzugehen….

Es bleibt spannend:

In 2019 werde ich einen Großteil meiner Kräfte einer kleinen, aber überaus beeindruckenden jungen Frau zur Verfügung stellen und ihr bei der Bewältigung der Aufgaben zur Seite zu stehen, die nunmehr nicht mehr meine sind….

Meiner bereits seit einiger Zeit vorbereiteten “ Nachverwendung“ werde ich mit Hingabe nachgehen und ihr die neu generierten Kräfte widmen und unter dem Strich wird, so zumindest der Plan, noch Zeit übrig bleiben, um mein langjähriges Versprechen gegenüber Pixi und Jovisz einzulösen, nämlich so lange und so oft mit ihnen spazieren gehen, bis wir drei wieder halbwegs schlank und fit sind …!

Vielleicht entsteht sogar neue Lust, wieder mit Menschen zu kommunizieren, die mir im Grunde genommen egal sind …!

Spätestens Mitte, allerspätestens Ende 2019 bedarf es einer umfassenden „Ergebniskontrolle“ im Sinne einer Retrospektive: wenn sich bis dahin keine erkenn-und fühlbaren Ergebnisse des „Lebensumbaus“ ergeben haben, war meine Mission vergeblich …!

So weit wird es nicht kommen, vorher werde ich die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen und gegebenenfalls Nachbesserung einfordern!

Spätestens in 2020 wird dann das vorläufige Endergebnis des großen Deals fest stehen: nämlich dann, wenn sich der Bundesfinanzminister damit auseinandergesetzt hat, wie er den Verkauf des Ingenieurbüros, meine Folgetätigkeit und die Einkünfte aus “ Vermietung und Verpachtung „, verbunden mit andauernder Altersvorsorge, Aufzucht der Jungen und vielen anderen monetären Verpflichtungen bewerteten soll und zu welchem Ergebnis er kommt….

Nur ein Lotteriespiel ist vom Ausgang einfacher zu bewerten, mit der Ausnahme, dass es bei meiner diesbezüglichen Lotterie keinen Jackpot gibt…

Ausblick auf meine Nachverwendung :

Es gibt schon erste Anfragen, auch nach Po & Co. …

vom Alltag ins Abenteuer…

Große Fahrt für kleines Auto:

Anlässlich des „Kranwochenendes“ für unsere Else gab es für unseren „großen“ ZOE (41 kWh-Batterie) eine Bewährungsprobe und ein „kleines“ Abenteuer: Bisher hat sich der Zoe sommers wie winters auf unseren „Hausstrecken“ im ca. 80 km-Radius sehr gut bewährt, unabhängig davon, ob „gerast“ oder „eco“ gefahren wurde. Selbst bei minus 15 Grad sind solche Strecken hin und zurück ohne Rücksichtnahme auf den Verbrauch mehr als alltagstauglich.

Nie zuvor jedoch sind wir eine längere Autobahnstrecke gefahren, von daher konnte ich den Verbrauch auf einer solchen nicht so richtig einschätzen.

Vollgeladen –mit Strom und Gepäck – mache ich mich bei einbrechender Dunkelheit im eco-Modus und abgeschalteter Klimaanlage auf von Wendisch Evern in Richtung Kappeln.

Ausgestattet mit verschiedenen Ladekarten, dem 230-Volt-Steckerlader und einer Kabeltrommel kann das kleine Abenteuer beginnen…

Den Steckerlader und die Kabeltrommel führe ich vorsichtshalber für den Fall mit, dass die Ladestation bei „Elektro Petersen“ in Kappeln nicht verfügbar ist und ich den ZOE am Landstromkasten des Bootssteges aufladen muss. Zu diesem Zweck ist auch noch ein Adapter von CEE auf 230 Volt Koppelung mit im Gepäck…!

Nicht zu vergessen ein Schlafsack, etwas zu trinken und ein paar Müsliriegel.

Es sollte ungleich entspannter kommen als erwartet oder insgeheim befürchtet: Zahlreiche Baustellen und dichter Verkehr limitierten die Durchschnittsgeschwindigkeit auf ca.70 km/h, mal weniger, mal mehr!

Der angezeigte Durchschnittsverbrauch des ZOE sank trotz notwendigem Fahrtlicht zeitweilig auf 11 kWh pro 100 km, im Schnitt lag er am Ziel bei 12,0 kWh bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 71,5 km/h.

Am Ziel zeigt das Display eine Restreichweite von 120 km nach gefahren 220 km an, es hätte also noch locker z.B. bis nach Sonderborg in Dänemark gereicht !

Das respektable Ergebnis ist sicherlich dem eco-Modus und der konstanten Fahrweise, überwiegend mit Tempomat, geschuldet, diese „gechillte“ Fahrweise mag nicht jedermanns Sache sein, zumal der ZOE auch durchaus Fahrspaß bietet, den ich mir auf dieser Fahrt verkniffen habe.

Energiesparerlebnis am Rande:

Das Erlebnis meines Steuerberaters mit seinem Tesla überprüfend, warte ich gespannt auf den ersten Lkw, um mich in dessen „Sog“ zu begeben; tatsächlich ist das vom Steuerberater geschilderte Phänomen zu beobachten und „messtechnisch“ zu belegen:

Auf -zu wenige- Meter Abstand an den Lkw herangetastet, nimmt der Verbrauch von vorher durchschnittlich 11 auf 8 kWh ab!

Ich komme mir ein wenig vor wie bei einer „Luftbetankung“, durch den verringerten Verbrauch steigt ständig die angezeigte voraussichtliche Reichweite. Zum Schluss des „Experimentes“ ist die Reichweite um 20 km gestiegen, der Lkw-Fahrer verliert entweder die Nerven oder will tatsächlich abbiegen, kaum ist er auf der Ausfahrtspur steigt die für 85 km benötigte Leistung wieder um 3 kW an!

Ich wollte auch nur wissen „was geht“, auf Dauer wäre mir das eher dichte Auffahren zu anstrengend und zu gefährlich und irgendwie schien mir auch der Lkw-Fahrer langsam unruhig zu werden angesichts des konstant hinter ihm hängenden  Fahrzeuges in „Polizei / Zolloptik“. Zumindest fuhr er außerordentlich artig die zulässigen Geschwindigkeiten, während andere Lkws mit 100 km/h das für den Lkw-Fahrer unfreiwillige Gespann überholten.

Die Fahrt hat ein bisschen das Vertrauen in die „Autobahntauglichkeit“ des ZOE gestärkt und einmal mehr merke ich, dass konstant fahren mit eher geringerer Geschwindigkeit auch entspannend sein kann, die konstante Fahrt auf der rechten Spur verging quasi wie im Fluge, aufgelockert nur durch die „Luftbetankung“…!

Einmal mehr erfreut auch die geräuscharme unaufgeregte elastische Kraftentfaltung eines Elektromotors, der jedes „konventionelle“ Auto einfach beschämend alt aussehen lässt!

Sehr zufrieden komme ich kurz vor Mitternacht in Kappeln an!

Am nächsten Morgen geht es auf in Richtung „Elektro Petersen“, einem Installationsbetrieb, der eine 11 kW-Ladestation für Kunden und andere „Interessenten“ errichtet hat und den – freiwilligen – Beitrag zum Laden einem örtlichen Kindergarten zukommen lässt.

Ein Mitarbeiter schließt die Ladestation auf, ich den Zoe an und frischer Strom pulsiert in ZOEs Batterie…

Mit dem Klapprad mache ich mich auf zum Einkaufen und zurück zum Boot, um den ZOE nachmittags mit einer stattlichen Reichweite nach Vollladung von 340 km abzuholen.

15 Euro verschwinden im Sparschwein für den Kindergarten und zurück bleibt ein „win-win“-Erlebnis, selbst wenn Petersen nicht alles spenden würde, haben sowohl der Kindergarten, Petersen, ich und die Umwelt etwas davon, stammt doch der Strom aus erneuerbaren Energien!

Außer Frage, die Elektromobilität ist erst im Aufbruch begriffen, wer nicht ein wenig Passion mitbringt und auf „heizen“ steht, ist hier fehl am Platz, das kann vorerst nur Tesla, die mit ihrem dichten Ladestationsnetz, extremen Ladeleistungen und dementsprechend sehr kurzen Ladezeiten die Elektromobilität vorerst alltagstauglich zu Ende gedacht haben, abgesehen davon, dass die „Massentauglichkeit“ noch in Arbeit ist…!

Stichwort Tesla: In Kappeln am „Hotel Pierspeicher“ gibt es eine Tesla-Ladestation, die mit ihrem Stecker „Typ 2“ auch den ZOE hätte laden können; nach zuvoriger Nachfrage werde ich aber nicht gerade wirklich freundlich abgewiesen mit dem Hinweis, dass diese Station nur den Gästen des Hotels vorbehalten ist.

Auch mein Hinweis, ich würde selbstverständlich gerne für den Strom bezahlen, lief ins Leere…!

Ein Elektrofahrzeug habe ich an dieser Station trotz zahlreicher Aufenthalte in Kappeln noch nie gesehen…!

Bei Petersen in Kappeln hingegen gab es einen freundlichen Smalltalk zum Thema Elektromobilität und zum „woher und wohin“…!

Derzeit ist Elektromobilität in weiten Grenzen schon alltagstauglich, zudem „familiär“ und das Laden teilweise noch kostenfrei, das alles wird in ein paar Jahren schon Geschichte sein und das individuelle und persönliche wird in der Anonymität der Massentauglichkeit untergehen.

Gut und schade zugleich…

Heute : unser ZOE in der Zeitung, aufgenommen anlässlich eines „Park- und Tankstopps“ (beides kostenfrei 🙂 ) auf dem Theaterparkplatz in Lüneburg, als „Symbolbild“ für zwei endlich mal gute und fundierte Leserbriefe zum Thema Elektromobilität…!

Sehr wohltuend nach dem vorangegangenen tumben Shitstorm verschiedener „Experten“…

Bornholm med knallert…!

Unsere diesjährige Motorradtour am etwas verlängerten Wochenende vom 30.08.- 03.09.2018 fing an mit einem „Stress“, den man früher nicht gehabt hätte:

„Traditionell“ hatten wir zwei lange Wochenenden, von Donnerstag bis Montag geplant, um nach Bornholm zu fahren. Abgesehen davon, dass Jörg am ersten der geplanten Wochenenden „kränkelte“ haben wir uns nach langem Hin und Her entschieden, aufgrund des vorhergesagten besseren Wetters das zweite „gebuchte“ Wochenende für unsere Tour zu nutzen.

Gebucht trifft hier im Wortsinne zu: Vorsichtshalber hatten wir beide Fährüberfahrten von Sassnitz nach Rönne auf Bornholm fest gebucht, um dann, so wie dann geschehen, eine der beiden Fährüberfahrten zu stornieren.

Doch der Reihe nach: Auch am zweiten Wochenende drohte das Wetter „zu kippen“ und das, nachdem man innerlich, den bisherigen Verlauf des Sommers folgend, eigentlich von uneingeschränkt „warm und sonnig“ ausgegangen war.

Da die Fähre von Sassnitz nach Bornholm am Freitag um 11:00 Uhr abfuhr, hatten wir uns für die „gechillte“ Anreise am Donnerstag entschieden, ansonsten hätten wir vor Tau und Tag in Hannover bzw. in Wendisch Evern losfahren müssen…

Entgegen aller Erwartung und auch langjähriger „Gepflogenheit“ regnete es mehr oder weniger stark unaufhörlich mal mehr, mal weniger und nur selten gar nicht.

Dank einer vor zwei Jahren erstandenen Regenkombi bin ich zwar trocken geblieben, bei der Ankunft auf „Meiers Camping“ in der Nähe von Sassnitz hatte ich jedoch die Konsistenz eines Kaninchens im Bratschlauch, weil die Regenkombi nicht nur kein Wasser von außen durchließ, sondern auch keins von innen herausließ und wirklich kalt war es nicht und von daher gab es halt auch reichlich Feuchtigkeit „von innen“.

Bei ziemlich leeren Straßen hat sogar das Fahren im Regen irgendwie Spaß gemacht, man musste nur darauf aufpassen, dass man nicht unter 120 km/h abfällt, da sonst die Regentropfen nicht mehr vom Helmvisier abperlten…

Nach der Ankunft konnten wir das Zelt erfreulicherweise im Trockenen, besser : in einer Regenpause, aufbauen, ein wenig „ablüften“ und die Nacht bei strömendem Regen nach einem zünftigen Essen und schönen Getränken in der Gaststätte „Zur Mücke“ auf dem Campingplatz verbringen.

In der Nacht tummelten sich offensichtlich brünstige Bären um das Zelt, anders kann ich mir die Geräusche in der Nacht nicht erklären!

Nach einer laut Jörg unruhigen Nacht (wegen der Bären…!) haben wir eher führ als spät ein nasses Zelt und klamme Schlafsäcke auf den Motorrädern verstaut und haben uns aufgemacht in Richtung des nicht weit entfernten Fähranlegers Sassnitz, von dem uns die Fähre „Hammershus“ nach Bornholm bringen sollte.

Die Wartezeit bis zum Verladen habe ich mir ein wenig mit dem mitgenommenen Reiseführer verkürzt, wobei mir erst nach einiger Zeit auffiel, dass dieser sich so gar nicht ganz mit dem Ziel Bornholm deckte…! (Siehe Bild)

Kurz nach 11:00 Uhr sticht die „Hammerodde“ in See mit Kurs Rønne auf Bornholm. Mit uns sind drei Motorradfahrer mit gut erhaltenen oder restaurierten MZ-Motorädern an Bord gekommen, ein geschätzt Mittsiebziger, einer sein Sohn, der ihm beim Aufsteigen auf das Motorrad dezent das Bein über die Sitzbank „liftet“. Die drei sind auch auf Stippvisite nach Bornholm unterwegs.

Nach etwa vier Stunden Fahrt erreichen wir Bornholm, die Hammershus muss vor der Hafeneinfahrt noch etwas „auf Reede“ warten, da die Katamaranfähre Leonora Christina den Hafen in Richtung Ystad in Schweden verlässt.

Beim engen Passieren der Schiffe gibt es ein langes ausgiebiges Konzert der Schiffshörner, die Hammerodde beendet mit dieser Fahrt nach Bornholm ihre „Karriere“ als Fährschiff auf dieser Linie und wird zukünftig eine ganz andere Fährlinie unter schwedischer Flagge unter dem Namen „Stena Vinga“ in Schweden bedienen. Mit dem Blaskonzert ihrer Hörner verabschieden sich die „Schwestern“, am Abend wird die Hammerodde noch mit einem aufwendigen Feuerwerk im Hafen verabschiedet.

Unseren Plan, einen zuvor im Internet herausgesuchten attraktiven Campingplatz an der felsigen Ostküste von Bornholm bei Svaneke aufzusuchen, haben wir verworfen, da wir am Abreisetag bereits um halb acht wieder in Rønne an der Fähre stehen müssen und wir uns die halbe Stunde Fahrtzeit über die Insel zurück nach Rønne ersparen wollen.

Stattdessen richten wir uns auf dem Campingplatz „Galløkken Strand Camping“ unweit von Rønne häuslich ein. Zunächst bedarf es einiger Überredungskünste und der Mitwirkung eines dort bereits mit seinem Minicamper zeltenden älteren Dänen, der sich von unseren Motorrädern begeistert zeigt, bis die Campingplatzbesitzerin zustimmt, das wir noch bis Montag bleiben dürfen. Der Campingplatz wird nämlich an diesem Wochenende tatsächlich schon geschlossen und wir sind quasi die letzten Neuankömmlinge der nun auf Bornholm zu Ende gehenden Campingsaison.

Dementsprechend ist der Platz, strandnah unter alten Nadelbäumen gelegen, leer und ruhig.

Auch hier gibt es scheinbar Bären, neben ihrem Schnarchen stören uns nur die morgendlichen auch am Wochenende durchgeführten Rammarbeiten für ein neues Hafenbecken in Rønne.

Zwischenzeitlich ist das Wetter für den Moment sonnig und trocken geworden und wir können zum einen das nass eingepackte Zelt und zum anderen aber auch unsere klammen Klamotten und Schlafsäcke ein wenig „lüften“ und trocknen.

  Strümpfe trocknen… 🙂

Die fortgeschrittene Jahreszeit beschert uns eine frühe Nacht, ab acht Uhr abends ist es mehr oder weniger dunkel.

Zum ersten Mal bewährt sich mein LED-Scheinwerfer mit Stecker für die Motorradsteckdose, unser Zeltplatz ist hell erleuchtet, Jörg meint, zu hell…! Die Idee und der Wunsch nach dem hellen, vom Motorrad gespeisten effizienten Licht ist dem späten Zelten im Jahr geschuldet: Regelmäßig hat uns die früh einsetzende Dunkelheit überrascht, verbunden damit, dass man die um das Zelt noch „verstreuten“ Gegenstände dann auf einmal nur noch schwer findet und vor der fallenden Feuchtigkeit schützen kann. Nun ist erstmals alles gut, nur noch ein einstellbarer Halter zur blendfreien Positionierung des Scheinwerfers fehlt noch…!

Der nächste Morgen begrüßt uns trocken mit durchwachsener Bewölkung. Heute wollen wir zunächst nach Hammershus, einer verfallenen Burg aus dem Mittelalter und  Namensgeber der Fähre.

Unser Weg führt uns weiter über die Nordspitze Bornholms an die Ostküste mit vielen kleinen Zwischenstopps in possierlichen, überaus dänischen Land- und Ortschaften.

Jörgs GPS-Track uns seine Bilder sind selbsterklärend und halten unsere Tour digital fest…! Das Wetter bleibt durchwachsen, zum Glück trocken bis auf den einen oder anderen ganz kleinen Tropfen.

Auf unserer Tour besuchen wir auch „Jons Kapel“, eine beeindruckende Felsformation an der Westküste Bornholms. Jörg mault ein wenig rum, dass das Wetter zum Fotografieren nicht so schön sei…! Das stimmt auch, ich bin aber schon froh, dass es trocken ist, und sonnige Bilder habe von unserer Tour aus 2016 im Kopf und auf auf dem Computer.

In Allinge gibt es eine der zahlreichen Fischräuchereien, meistens gut schon von weiten an einem oder mehreren konischen Schornsteinen, mit angeschlossenem Selbstbedienungsrestaurant, an dem ich nicht umhin kann, mich zum Missmut des „Fischverweigerers“ Jörg am Fischbuffet zu bedienen.

Nach einer für meinen Geschmack und Appetit viel zu kurzen Stärkung geht es weiter, der eine oder andere „Sightseeing und Fotostopp“ unterbricht unseres Fahrt und wir begucken uns die dänische Landschaft im Allgemeinen und die kleinen Orte auf Bornholm im Speziellen. Bornholm ist um dieses Jahreszeit schon fast leer gefegt, nur wenige Touristen und noch weniger Autoverkehr stören unseren „Kurs“…!

Dänemarks höchsten Wasserfall, den Døndalen bei bei Gudhjem lassen wir rechts liegen, bei der Trockenheit in diesem Sommer ist zu erwarten, dass das schon in 2016 vorgefundene Rinnsal nicht mehr auffindbar oder sogar ganz versiegt ist.

Stattdessen gönnen wir uns an diesem „Haltepunkt“ einen Blick aufs Meer und die entfernt liegenden, aber sichtbaren Erbseninseln, die ich auch gerne einmal besuchen würde, vorzugsweise auf eigenem Kiel. Hierzu reicht diesmal die Zeit nicht…!

Am dritten Tag auf Bornholm machen wir wieder eine Rundreise, Jörgs GPS-Track und seine Bilder geben das Erlebte ohne viel Worte gut wieder…

Das Wetter zeigt sich heute nicht nur überwiegend sonnig, sondern auch recht warm, so dass sich, gerade bei den zahlreichen Stopps Wechselbäder zwischen heiß und eisgekühlt durch Verdunstungskälte während der Fahrt einstellen. Wie schon als Kind bin ich wieder mal zu warm angezogen obwohl ich gar nicht mehr viel ausziehen könnte…

Zwischenzeitlich treffen wir auf unsere drei „MZ-Kollegen“, die mit ihren Motorrädern mit insgesamt puristischem aufs Nötigste reduziertem Equipment, was die Zweiräder und die übrige Ausstattung angeht, unterwegs sind. Die Herren nächtigen unter dem Vorwand des mitgeführten sehr fidelen Vaters im Hotel und brauchen dementsprechend weniger Ausrüstung mitzuführen als wir, die wir zunächst noch „klassisch zeltend“ unterwegs sind. Regen darf allerdings nicht kommen….

Zugegebenermaßen kommt uns in Anbetracht des „feuchten Starts“ unserer diesjährigen Tour der Gedanke, ob nicht zukünftig das Nächtigen in den in Skandinavien zahlreich vorhandenen Hütten auf Campingplätzen und anderswo eine Alternative zum Zelten ist.

Charmant ist das schon, aber so richtig anfreunden mag ich mich mit dem Gedanken nicht, hat doch das Aufwachen im Zelt und der hautnahe Tagesablauf von Morgentau über Mittagshitze bis hin zum milden Abend etwas Unnachahmliches…!

Leider stellen sich gerade anlässlich unseres Aufenthalts an den Helligdomsklippen unweit von Gudhjem wieder Wolken über unserem Standort ein, aus denen es zwar nicht regnet, die Jörgs Kamera aber das optimale Licht für die Aufnahme verwehren. Jörg legt ob der Lichtverhältnisse seine Stirn in Falten und gibt sich notgedrungen mit dem Licht ab, das der Moment bietet.

Jörg hadert nicht nur ein bisschen mit dem Licht, sondern auch damit, dass er Møn schöner findet als Bornholm: Ich glaube eher, dass das daran liegt, dass wir auf unserer Mønfahrt 2016 ideale Wetterbedingungen hatten und zum Zeitpunkt unserer Reise noch nicht alle Felder abgeerntet und „umgebrochen“ waren; jetzt sieht Bornholm in der Tat ein wenig karg und herbstlich aus und von daher kann ich seine Gedanken nachvollziehen und überlege insgeheim, ob ich ihm ein paar Postkarten von Bornholm kaufe…!

Ich mag mich nicht festlegen, Møn und Bornholm haben ähnliche Charakterzüge, aber jeweils einen anderen Auftritt. In meinem Kopf sind auch noch die „Sommersonnenbilder“ von unserer Reise mit der Else nach Bornholm, von daher ist mein Blickwinkel möglicherweise ein anderer als der von Jörg.

Auf der Rückfahrt von der Ostküste nach Rønne besuchen wir noch die Wehrkirche bei Østerlars und saugen ein wenig die ruhige Abendstimmung und die Ausstrahlung der Kirche und ihrer Geschichte auf.

Bornholm scheint auszusterben: Überall stehen an den Straßenrändern gefühlt an jedem dritten Haus Schilder mit der Aufschrift „til salg“, „zu verkaufen“ und offensichtlich sind einige dieser Häuser oder Hofstellen schon sehr lange nicht mehr bewohnt worden. Schade, dass man sich als Ausländer in Dänemark nicht „einkaufen“ kann, um hier in Ruhe seinem Ende entgegen chillen zu können…!

Immer wieder liebenswert ist die generations- und geschlechtsübergreifende gechillte Offenheit und Umgänglichkeit der Skandinavier im weitesten Sinne, in diesem Fall der Dänen:

Beim Buchen der Fährtickets am Vortag der Rückreise fällt mir sehr angenehm auf, dass das „Schalterduo“, bestehend aus einer bildhübschen „Bilderbuchdänin“ und einem testosterongesschwängerten tätowierten etwas tumben Jüngling trotz zickender Software und deutlich wahrnehmbarer Intellektdistanz entspannt, schulterschlüssig und unaufgeregt arbeitet, die Schönheit den Tumben nicht spüren lässt, was sie möglicherweise von ihm hält und der Tumbe nicht den Macker rauskehrt, dem es missfällt, von dem augenscheinlichen Objekt seiner Begierde angeleitet zu werden…!

Das Abendessen führt uns wieder in das Restaurant Cafe Gustav am Marktplatz in Rønne, nachdem wir am Vorabend im Sydhavnens Grill in Rønne unsere Burger und halbe Hähnchen in der Abendsonne mit Blick auf den Hafen von Rønne verzehrt haben.

Am Vorabend des letzten Tages auf dem Campingplatz angekommen, genießen wir noch ein wenig die Strandatmosphäre unweit des Campingplatzes und bereiten uns mental auf das sehr frühe Aufstehen, Zusammenpacken und „Einschiffen“ vor.

Am nächsten Morgen gelingt uns das glücklicherweise und Bornholm verabschiedet uns mit warmen, windstillen und überwiegend sonnigem Wetter.

Die Rückfahrt treten wir auf der Fähre „Hammershuse“ an, die so neu, dass sie noch frisch nach Farbe und Werft riecht.

Die Linie „BornholmerFærgen“ war mit dem letzten Tag des Augusts – wie beschrieben – Geschichte, heute fahren wir mit der „Bornhomslinien“ nach Sassnitz.

Ganz ohne Terrorangst erfolgt das Einchecken vollautomatisch, nach Eingabe der Reservierungsnummer ist die Fahrt ohne „Schalterpersonal“ und Kontrollen frei auf die Fähre, für Motorradfahrer immer wieder gerne mit „Expresszuschlag“: Das „Einwinken“ vom Fährpersonal bedeutet uns – Déjà-vu zum wiederholten Mal – ganz bis nach vorne durchzufahren und wir dürfen uns vor die ersten Autos stellen und ernten den ein oder anderen missbilligenden Blick. Das Einschiffen beginnt mit der immer wieder gern gesehenen „Zweifingerwinkgeste“ und einer Gasdrehgriffbewegung und bedeutet uns, als erste vor allen Autos auf Schiff zu fahren.

Die Motorradstellplätze sind offensichtlich noch nie benutzt worden, die Verzurrgurte, mit denen man das Motorrad am Boden fixieren muss, sind quasi „aus dem Laden“. Auf der Fähre winkt uns eine junge Frau zu den Motorradplätzen und bietet ihre Hilfe beim Verzurren der Motorräder an und gerät ins Plaudern, ohne nervend oder anstrengend zu sein.

Wie jedes Mal in Dänemark oder Skandinavien fällt eine liebenswerte, umgängliche und hypotonische Lebensart auf.

Das alles gibt es alles auch in Deutschland auch, aber nicht nur gefühlt, immer weniger….!

Längst bin ich in der Lage, zwischen Urlaubswahrnehmungen und dem wirklichen Leben zu differenzieren, leider ist die Mentalitätsgrenze, die Europa etwa am 54. Breitengrad trennt unübersehbar, für mich leider immer wieder in regelmäßigen Abständen schon seit über 45 Jahren…! Manchmal wünschte ich, ich wäre nördlich dieser Grenze geboren und leben…

Eine angenehme, ruhige Rückfahrt auf einer leicht rollenden Fähre verlängert unsere Urlaubsstimmung. Der erste heiße Kaffee dieses Tages verscheucht unsere Trägheit. Nach dem Frühstück erklimmen wir das höchste Deck der Hammershus und genießen den Blick zurück nach Bornholm und schon bald nach vorn auf die „Kreideküste“ von Rügen.

Mit diesen Eindrücken verlassen wir Bornholm…

Blick zurück auf Rønne…

In Sassnitz angekommen sind wir schnell von Bord und treten den Rest der Heimreise an.

Bei Überquerung des Strelasundes auf der Rügenbrücke kann ich wie so oft einfach nicht glauben, dass ich hier nur wenige Wochen zuvor auf eigenem Kiel durchgefahren bin.

Bestes Motorradreisewetter macht den Abschied von unserem verlängerten Wochenende schwer, aber auch Freude am Fahren auf einer sehr leeren Autobahn A 14, die wir bei Ludwigslust in Richtung Dömitz verlassen.

Schon fast traditionell trennen sich unsere Wege unter der Dömitzer Brücke, für Jörg geht es über Uelzen und Celle weiter nach Hannover, ich genieße außerordentlich bei schönstem Spätsommerwetter die Heimfahrt über die Elbuferstraße bis hoch nach Bleckede, um gegen 18:00 Uhr in Wendisch Evern anzukommen.

  Dömitz…

Unsere Motorradfahrt 2018 ist zu Ende…

Einmal mehr mag man nicht von dieser jährlichen Fahrt ablassen, die trotz der bewährten „Doppelbuchung“ teilweise bei suboptimalem Wetter stattfand, zumindest was die Anreise und das Licht zum Fotografieren angeht….!

Meine „Tante K“ hat sich nach ihrem Refit in 2017 und anfänglichem „ABS-Gezicke“ zu Saisonbeginn in schlichter schwarzer Schönheit bewährt und geschnurrt wie das legendäre Kätzchen!

    „Tante K“ auf Bornholm…

Ein wenig Respekt vor den möglichen Folgen meiner umfänglichen „Sektion“ des Motorrades in 2017 hatte ich schon, stellen sich doch etwaige Defizite beim Wiederzusammenbauen regelmäßig erst nach einiger Fahrtzeit heraus und diese hat mir vor der diesjährigen Motorradtour gefehlt, sodass die Tante K nach dem Refit nahezu jungfräulich auf die Reise gegangen ist.

Ein wenig gibt es wieder am Equipment zu optimieren, so haben die viel zu filigranen Schnallen des tollen Vanucci-Tankrucksackes erwartungsgemäß versagt, obwohl sie im Grunde genommen in der Summe gerade erst insgesamt ca. 10 bis 15 Tage auf Fahrt waren.

Ebenso haben anlässlich der Reise die Kunststoffscharniere beider Koffer eher überraschend und fast zeitgleich den Geist aufgegeben, alles konnte aber kompensiert werden durch die üppig von Jörg mitgeführten Spanngurte.

Ein bisschen Zeit zur Optimierung bleibt ja bis zur nächsten Fahrt, die uns meinem Gefühl nach wieder nach Møn führen wird…!

Homage an einen treuen Begleiter : seit über 35 Jahren und auch 2019 dabei :

Gemeint ist der Gaskocher, der WMF-Thermobecher wird seit dem Ableben meiner Mutter nicht mehr von ihr benutzt und ist deswegen erst seit 2007 mit dabei…

Zu den Bildern und Tracks von Jörg geht es hier…

 

 

 

 

 

 

 

 

Endzeittisch…

Der genetisch bedingte Hang zu „Kollossallösungen“ treibt mich schon seit Jahrzehnten an…

Aktuell hat dieses Gen sich Durchbruch verschafft in Form eines neuen Terrassentisches: Im Prinzip kein spektakuläres Unterfangen, genervt hat mich nur immer, dass käuflich zu erwerbende Terrassentische irgendwie immer zu klein, gebrechlich oder aus meiner Sicht zu kurzlebig waren…!

Auf der Suche nach veritablen käuflich zu erwerbenden Terrassentischen bin ich weder glücklich noch fündig geworden, entweder gefielen sie mir nicht oder sie waren von vorneherein so konstruiert, dass „schon wieder erkennbar war“, dass ihre Lebensdauer begrenzt sein wird…

Zudem sollten die Tische einen Preis kosten, den ich nicht bereit war zu zahlen ! So langsam kam dann die Idee, den Zimmermann meines Vertrauens zu fragen, ob er auch ohne Möbeltischlerausbildung einen überdurchschnittlich durablen Terrassentisch bauen könne…

Er kann !

Da er nur ungefähr 2/3 des Preises haben wollte, den ich für einen konventionell käuflich zu erwerbenden Terrassentisch meiner Vorstellung – wenn es ihn denn so gäbe – haben wollte, sind wir schnell handelseinig geworden.

Das Ergebnis ist ein Tisch, unter dem man problemlos auch einen Atomkrieg oder Erdbeben mit einer mehrköpfigen Familie überstehen könnte, hinsichtlich der Durabilität meinen Vorstellungen entsprechend, dieser Terrassentisch wird mit Sicherheit mein letzter sein…

Das Design entspricht nicht so ganz meinen Vorstellungen: Obwohl eigentlich eine „Kopie“ eines vorhandenen abgängigen Tisches geklont werden sollte, hat die solide handwerkliche Kreativität meines Lieblingszimmergesellen Jürgen das Ergebnis fantasievoll nach eigenen – teilweise nicht meinen – Vorstellungen beeinflusst…!

Da Jürgen aber über sein Werk so überglücklich war, dass er es mir kaum überlassen wollte, habe ich mich mit Kritik zurückgehalten und werde mich fortan an Jürgens Kreation genauso erfreuen wie er !

Wo sonst der Weg das Ziel ist, ist hier das Erlebnis und das Teilen des tollen Ergebnisses vorrangig, trotz leichter Barock- und Eiche-Rrustikal-Optik, wobei Eiche ja sogar stimmt…!

Notfall kann man ihn sogar noch zum Sarg umarbeiten lassen…

Das fertige Produkt:

So sollte es eigentlich werden…!

so ist es geworden :

 

 

Prinzessin Pinkeröschen oder „AN MEINE SEITE ODER UNTER DEN TISCH !“

„The castle of broken hearts“, Irland 2015, mysteriös verfremdet…

Es ist nicht schön, wenn man an Weihnachten Geburtstag hat, ebenso wenig schön ist es, wenn man an Weihnachten arbeiten muss….Alena (alias Prinzessin Pinkeröschen) hat zwar Weihnachten nicht Geburtstag, musste aber arbeiten und die „Schildwache“ an „ihrer“ Hotelrezeption  stellen…Das war ganz furchtbar langweilig, weil wohl nur wenige Menschen Weihnachten ins Hotel kommen, selbst dann nicht, wenn sie von einer echten Prinzessin empfangen werden… Was macht eine Prinzessin, wenn sie sich langweilt ? Sie quengelt, in diesem Fall bei Mutti über WhatsApp. Und was macht die Prinzessinmutter ? Sie schreibt ihr, ebenfalls über WhatsApp, ein kleines halbwahres Märchen mit realen Akteuren…Eingeweihte werden sie an ihren jeweiligen Eigenschaften  wiedererkennen…!

the one and only Pix, Weihnachten 2017

Die Geschichte :

Es war einmal eine Prinzessin mit Namen Pinkeröschen. Sie war wunderschön, helle Haut, große Kulleraugen und liebreizende Lippen. Aber am schönsten waren ihre pinken Haare… lang, weich und wellig!

Viele Prinzen wollten sie heiraten… aber sie sagte immer Nein! Keiner war ihr gut genug, keiner war schön genug und keiner war schlau genug.

Inzwischen war Prinzessin Pinkeröschen in die Jahre gekommen und sie war immer noch ohne Prinz. Langsam wurde sie schwermütig und ein schwarzer Schleier legte sich über ihre pinke Haarpracht.

Eines Tages sagte der König: Es reicht! Du heiratest jetzt den erstbesten Prinzen, der vorbeikommt… auch wenn es ein Frosch ist!

Die Prinzessin weinte bitterlich….

Da klopfte es laut ans Schlosstor…..

Der Kastellan öffnete das quietschende Tor und herein kam….

 Draußen vor dem Tor stand eine erbärmliche Kreatur. Verfilztes Flauschefell, zottelige Ohrhaare, rosa Nase und ein dickes Bäuchlein.

Laut verlangte die Kreatur Einlass.           

Der Kastellan trat mit verzogener Mine beiseite und führte den Zotteligen in den Thronsaal.

Dort saßen der König und die schwarzverschleierte Prinzessin. „DEIN ZUKÜNFTIGER!“ donnerte der König. „Geh mit ihm und mir aus den Augen!!!!“

Die Prinzessin weinte und weinte…

Der Zottelige dachte sich: „Warum heult die Schnuckelige denn? Was Besseres als mich wird sie niemals finden. Ich bin toll, ich bin flauschig und schnelltrocknend. Sie darf mit mir kommen… hinter mir!“

Darauf verließ der Zottelige mit der Prinzessin im Schlepptau das Schloss und lief hoch erhobenen Hauptes tief in den Wald hinein.

Die Prinzessin Pinkeröschen trippelte hinter ihm her und jammerte: „Oh ich Arme! Oh Elend ! Jammer !!! …“

Nach einem langen Fußmarsch erreichten sie eine kleine Kate. Der Zottelige schloss die Tür auf, ging hinein und wälzte sich auf dem staubigen Fußboden.

Prinzessin Pinkeröschen guckte angewidert und dachte bei sich: „Oh ich Arme! Wo bin ich hier gelandet! Oh weh, oh Elend!“

Der Zottelige erhob sich und befahl der Prinzessin etwas zu essen zu bereiten! Viel und gut ! Mehr erwartete der Zottelige nicht. Einfach immer nur das Beste und viel.

Die Prinzessin war verzweifelt. Der Kühlschrank war leer, das Herdfeuer war aus und der Zottelige war hungrig.

Mitten in der Nacht kroch sie hungrig zum Zotteligen auf ein staubiges Lager. Mit geschlossenen Augen fragte der Zottelige: „Gibt`s endlich was zu essen?“

„Nein! Versorge dich selber, du sabberndes Monster!“ kreischte die Prinzessin.

Der Zottelige wies ihr für die Nacht ein Lager unter dem wackeligen Tisch zu.

Nach wenigen schlaflosen Stunden dämmerte das Morgengrauen….

Die Prinzessin stand mit schmerzenden Gliedern auf, reckte und streckte sich… schaute sich um, aber der Zottelige war nicht da. Auf dem Tisch stand ein Becher Wasser und ein Stück trockenes Brot.

Die Prinzessin schob Wasser und Brot von sich und suchte das Badezimmer. Als sie dieses nicht fand, wusch sie sich schnell mit einem Lappen und Wasser aus dem Bach.

Abends kam der Zottelige zurück, wälzte sich wonniglich auf dem Fußboden und grunzte zufrieden.

Wohlgelaunt holte er aus einem speckigen Beutel eine fettige Speckseite und ein hartes Brot. Er legte es auf den Tisch, rückte Becher und Teller zurecht und entschuldigte sich für einen kurzen Moment.

Er kam zurück mit sorgfältig gekämmten Ohrhaaren und sagte: „Prinzessin, bitte setzen Sie sich und speisen mit mir!“

Die Prinzessin drehte sich mit knurrendem Magen zur Seite. „HA! DANN BLEIBT MEHR FÜR MICH!“ schmatzte der Zottelige und machte sich über Speck und Brot her. Dann fiel er auf das staubige Lager, sein Bauch war gewaltig angeschwollen und kurz vor dem Einschlafen grunzte er: „AN MEINE SEITE ODER UNTER DEN TISCH !“  Dann schnarchte er gewaltig.

Die Prinzessin verbrachte eine weitere Nacht hungrig unter dem wackligen Tisch.

Am nächsten Morgen fiel die Prinzessin heißhungrig über Brot und Wasser her. Das Essen mit dem Zotteligen lehnte sie weiter ab.

So vergingen viele Tage. Der Zottlige kämmte seine Ohrhaare, sprach vornehm mit der Prinzessin und fiel schmatzend über das abgelehnte Essen her.

„AN MEINE SEITE ODER UNTER DEN TISCH !“

Die Prinzessin schlief jede Nacht unter dem Küchentisch. Aber in letzter Zeit wälzte sie sich schlaflos bis zum Mondschein und schaute immer öfter auf das staubige Lager, wo der Zottelige schnarchend und schnaufend selig schlief….

So verging ein Jahr.

Als im Winter der Schnee sehr hoch lag und der Zottlige das Haus nicht mehr verlassen konnte wurde das Essen knapp. Der Zottlige wurde dünner und dünner… das Flauschefell hing glanzlos und verfilzt an ihm wie alte Lappen. Die Prinzessin versuchte alles um die Kate warm zu halten und erfand die tollsten Wasser- und Brotrezepte.

Doch nach einer Weile – der Schnee stand bis zum oberen Fensterrand – wurde der Zottlige immer schwächer und schwächer. Ein Schatten seiner selbst.

„AN MEINE SEITE ODER UNTER DEN TISCH“… der Zottelige konnte nur noch flüstern.

Und eines Abends kuschelte sich die Prinzessin an den Zotteligen auf das staubige kalte Lager und legte ihre Arme um den ausgemergelten Körper des Zotteligen…

Als das Wetter wärmer wurde und ein laues Frühlingslüftchen um die Kate wehte, machte sich Prinzessin Pinkeröschen auf den Weg. Sie stapfte durch schmelzende Schneewehen, durch kalte Pfützen und durch grün sprießendes Gras.

Sie sammelte alles Essbare um eine stärkende Suppe für den Zotteligen zu kochen.

Löffelweise flößte sie ihm die Brühe ein, streichelte ihn und sprach liebevolle Worte zu ihm….

Mit der Zeit verflüchtigte sich der schwarze Schleier von ihren Haaren und ein pinkes Leuchten erfüllte die Kate. …

Im pinken Leuchten fing das Fell des Zottligen an sich zu glätten. Die Ohrhaare kräuselten sich keck und das Schnarchen und Schnaufen wurde leiser.

Die Prinzessin sang dem Zottligen jeden Abend etwas vor und bewachte seinen Schlaf. Und wie sie so neben ihm saß und ihn betrachtete wurde ihre Sympathie und Liebe zu dem Zotteligen immer größer. „AN MEINE SEITE ODER UNTER DEN TISCH“ kam nur noch leise und verhalten. Am folgenden Abend murmelte der Zottlige: „AN MEINE SEITE…. BITTE!“ Und die Prinzessin weinte vor Glück und kuschelte sich an den flauschigen Körper.

Als die Sommersonne hell durch die Fenster schien, hatte sich der Zottelige wieder erholt! Doch wie hatte er sich verändert! Ein gestählter Körper, aufmerksame Augen, ein gepflegtes Fell und gekämmte Ohrhaare. „Das habe ich nur dir zu verdanken!“ flüsterte er der Prinzessin zu.

 Und Hand in Pfote verließen sie die Kate und liefen durch den lichtdurchfluteten Wald. Auf einer Lichtung fiel Prinzessin Pinkeröschen dem Zotteligen um den Hals und hauchte ihm einen leichten Kuss auf die rosafarbene Nase. In dem Moment gab es einen großen Knall und viele leuchtende Sternchen erfüllten die Luft. Und vor der Prinzessin stand ein wunderschöner Prinz mit flauschigen Haaren!

Sie fielen sich in die Arme und wenn sie nicht gestorben sind, dann küssen sie noch heute!

ULI  26.12.2017

 

Volltreffer…

Die dritte Jahr als Ferienhausvermieter liegt fast hinter uns. 

Nach mehr als 70 mal Mieterwechsel und insgesamt knapp 600 Übernachtungen können wir ein überaus positives Fazit ziehen: 

Unsere Gäste waren zu 99 % durchgängig angenehme Menschen, die man jederzeit gerne wieder als Gäste beherbergen würde und die unser Ferienhaus so hinterlassen, wie sie es vorgefunden haben.

Wenn man etwas nachlässig wäre, könnte man manchen „Bettenwechsel“ auf das Aufschütteln der Betten und ein bisschen „überwitschern“ beschränken, so ordentlich finden wir das Ferienhaus nach Auszug der Gäste vor ! 

Über das eine Prozent Gäste, die nicht ganz so angenehm waren, würde sich die meisten Hoteliers oder andere Ferienhausvermieter auch noch freuen, auch die haben alles akzeptabel hinterlassen, noch nie hat einer etwas kaputt gemacht oder „mitgehen lassen“. 

Ein Drittel unserer Gäste kommt mit Hund oder Hunden, ein weiteres Drittel sind mittlerweile Stammgäste ! 

Etwa die Hälfte aller Gäste hat uns auf dem Ferienhausportal im Internet sehr gut bewertet, schlecht hat uns keiner bewertet! 

Bewertungen scheinen das Maß der Dinge für die Auswahl einer Ferienwohnung zu sein, früher habe ich gedacht, die sind eh alle „gefaked“, zwischenzeitlich weiß ich, dass ich an den Bewertungen nichts ändern kann, ich kann sie höchstens kommentieren oder, wenn sie „anstößige“ Inhalte oder nachweislich falsch sind haben,  löschen lassen.

In drei Jahren Ferienhausvermietung habe ich viel mehr positive Resonanz und Freude an der „Arbeit“ gehabt als in über 30 Jahren selbstständiger Tätigkeit als beratender Ingenieur ! 

Vordergründig ist das positiv, in der Summe eigentlich bitter…! 

Wenn ich das früher gewusst hätte, hätte ich schon als kleines Kind mit der Vermietung von Ferienwohnungen angefangen !

Zu spät, dennoch macht es Freude und Sinn, nämlich unter anderem dahingehend, dass die Einkünfte aus „Vermietung und Verpachtung“ mir mein späteres Rentnerdasein nicht vergolden, aber angenehmer machen werden, „Rote Rosen“ sei Dank ! 

Die „Roten Rosen“ sind nämlich offensichtlich neben der Lüneburger Heide und Lüneburg selbst mit der „Bringer“ schlechthin, viele Gäste kommen mit präzisen „Rote Rosen“- Vorstellungen nach Lüneburg und wollen Drehorte, Studio und vieles andere mehr besichtigen und in das Leben ihrer Helden eintauchen ! 

Etwas peinlich ist es mir schon, dass ich von den „Rote Rosen“ nahezu gar nichts weiß, ich habe mir fest vorgenommen, in der kommenden „dunklen Jahreszeit“ mal mein Gemüt damit zu erhellen und die eine oder andere Folge quasi „berufsbedingt“ anzuschauen, damit ich wenigstens etwas mitreden kann…! 

Da erst vor kurzem zwischen irgendwelchen klugen Leuten vereinbart worden ist, bis Ende 2019 weitere 1000 Folgen der „Rote Rosen“ zu drehen und somit Werbung für Lüneburg zu machen, ist von einem Versiegen des Gästestroms erst mal nicht auszugehen. 

Die größte Sorge hingegen ist die, dass ich versehentlich einmal eine „Doppelbelegung“ verursache und Gäste vor der Tür stehen habe, die ich dann nicht unterbringen kann. An „Ausweichquartiere“ ist in der Regel nicht zu denken, weil insbesondere im Sommerhalbjahr in Lüneburg alles einschließlich der legendären letzten Badewanne ausgebucht scheint…! 

Bisher ist das nur fast passiert, ich hoffe, es wird auch nicht passieren, die Sorge vor einer derartigen Peinlichkeit bleibt aber, ebenso wie es auch einige „lustige“ Geschichten zu erzählen gäbe…! 

Unsere „Auslastungsquote“ mag nicht nur an den „Rote Rosen“, guten Bewertungen und viel Hingabe unsererseits liegen; ein bisschen wird auch die flexible Anreise und Mietzeit mit dazu beitragen, was leider dazu führt, dass wir auch in diesem Jahr viele Male am Sonntag „Bettenwechsel“ hatten und damit ein wenig Stress: Die Gäste gehen um 11 Uhr, die nächsten kommen um 16 Uhr und in der dazwischen liegenden Zeit gilt es zu putzen, Betten neu zu beziehen und alles wieder „aufzuhübschen“ ! 

Dazwischen liegen kilometerweise Bügelwäsche, die Uli im Schweiße ihres Angesichts  in mehrfacher Ausfertigung in Vorbereitung der Gästewechsel bügelt und bereit hält. 

Die Bügelwäsche ist auch so mit eins der wenigen „Verschließteile“ der Ferienhausvermietung: Es ist schon erstaunlich, welche Halbwertszeit Bettwäsche u.a. haben, wenn sie nach jeweils vergleichsweise nur kurzer Nutzungsdauer wieder frisch gewaschen und gebügelt werden muss, hier gibt es ständigen Erneuerungsbedarf! 

Wir hoffen, dass uns der „Vermietungserfolg“ treu bleibt und irgendwann werde ich vielleicht sogar Zeit und Lust haben, genauso gesprächig zu sein, wie es unsere Gäste gerne sind…!

 

 

 

 

Lady in black…

is back…!

Nach zahlreichen Demontagen und Montagen präsentiert sich meine „Tante K“  nun in neuen klassischem Glanz in schwarz.

Zusätzlich zum neuen Outfit ist nun der Kühlerventilator ersetzt und auf Funktion geprüft und die Gabeldichtringe einschließlich Staubschutzkappen sind erneuert worden. Der geschweißte und von innen beschichtete Tank wird wohl der Restlebensdauer genügen.

Durch die umfänglichen Basteleien bin ich mit meiner K75 vertrauter denn je und irgendwie hat es trotz der Zeitnot Spaß gemacht, viel Geld gespart und für ein Stück Unabhängigkeit von den „Motorradschwätzern“, die alles versprochen hatten und nichts gehalten haben und damit für ein gutes Gefühl gesorgt.

Highlight am Rande: Die Gabeldichtringe mochte und kann ich nicht selbst einsetzen und hatte das Motorrad zu diesem Zweck wieder in die Werkstatt gebracht; entgegen meinem Naturell hatte ich sehr sorgfältig demontiert, die Demontage zum Teil dokumentiert, um später wieder richtig zusammen zu bauen zu können und alle Bauteile und Schrauben sorgfältig aufbewahrt.

Im Zusammenhang mit der Erneuerung der Gabeldichtringe hatte ich dann noch zwei Anbauteile und den Rest Schrauben mit übergeben, um später dann festzustellen, dass die Halterung für den vorderen Bremsschlauch nicht angeschraubt war und die Schrauben nicht mehr da waren…!

Der sofortige Anbau der Halterung bei noch gegebener Zulänglichkeit dauert etwa zwei Minuten, so durfte ich mich zwei Stunden mit gefühlt 25 Werkzeugverlängerungen und –umlenkungen und passend gemachten Schrauben mit der Kompensation des Unvermögen desjenigen beschäftigen, der mir vorher wortreich genau erklärt hat, wie man „das ordentlich macht“…!

So etwas hat mir in meinem Zeitdilemma richtig gefehlt und mich kurzfristig schon eine längere Strecke für einen individuell geplanten Amoklauf planen lassen…!

Nun ist alles schön und optisch und technisch „zukunftsfähig“, nur ernsthaft gefahren bin ich noch nicht…!

Wann das stattfinden wird, steht in den Sternen !

Die Aufnahmen sind am vergangenen Wochenende entstanden. Weitaus schönere hat die Drohne Mavic gemacht und Jörg hat sie zu einem Video zusammengefügt..!

Auch wenn es die ersten Versuche mit „Fahraufnahmen“ sind : das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen !

Zum Video geht es hier..!

 

 

 

Weniger ist mehr…?

Insgesamt bin ich davon leider weit entfernt und aus diesem Grunde nicht selten nach wie vor Sklave meiner vielfältigen Schwächen, „Faible“ hört sich zwar besser an, führt aber zum gleichen Ergebnis: Freizeitstress…!

Da es mit der Freizeit zumindest derzeit ohnehin nicht besonders gut bestellt ist, muss man zur Vermeidung eben dieses Stresses, ist er auch manchmal noch so schön, Abstriche machen.

Schweren Herzens und mit langem Vorlauf ist nun nach langer Zeit ein Schritt in Richtung „Vereinfachung des Lebens“ getan:

Es gibt keine Haustiere mehr bei uns!

Die Hunde gehören natürlich nicht dazu, die sind immer noch da, das sind ja auch nicht wirklich Tiere…

Der vorstehende Text war schon vor ein paar Wochen als „Logbucheintrag“ auf else@home geschrieben, um mich daran zu erinnern, ab wann dieser Teil der „Vereinfachung des Lebens“ stattfand und ob das eingetreten ist was ich mir davon erhofft habe…

Zwischenzeitlich hat die Realität das Geschriebene und noch nicht Vollendete überholt: Nicht nur Vögel und Fische sind weg, leider ist auch Sandy von uns gegangen, nicht gänzlich unerwartet, aber doch schneller als  erwartet…

Sandy vor ein paar Wochen…

Ihr altersgemäßer Starrsinn, verbunden mit Laufunsicherheit und einer leichten Altersdemenz hatte uns ja schon einige Zeit begleitet; am vergangenen Dienstag war es aber eher überraschend so weit, dass sie nur noch mit Hilfe aufstehen konnte und dementsprechend, wenn man nicht mit wachem Auge dabei war, ihre „Geschäfte“ notgedrungen „unter sich“ erledigt hat, was ihr sichtlich unangenehm war…

Raustragen und hinstellen hat zu dem spektakulärsten Purzelbaum ihres Lebens geführt, nämlich einfach vorne einknicken, über den Kopf und Schulter fast elegant abrollen und in „Platz“-Position liegen bleiben und so tun „ja, hier wollte ich ja genau hin…!“.

Irgendwas schien in ihr rasant fortzuschreiten, nur mit viel Zureden und Hingabe konnte sie sich auf den Beinen halten, hatte offensichtlich Schmerzen und war zeitweise regelrecht am Weinen, so dass uns die Entscheidung vergleichsweise leicht fiel, den „finalen“ Tierarztbesuch zu vereinbaren.

In der Nacht vom vergangenen Dienstag auf Mittwoch war ich kurzfristig versucht, den tierärztlichen Notdienst anzurufen, weil sie augenscheinlich zunehmend litt und nicht zu beruhigen war.

Mit viel Streicheleinheiten und gutem Zureden hat sie dann die Nacht und auch den Mittwoch bis zum Abend halbwegs ertragen können, um dann gegen 18:30 Uhr mit tierärztlicher Hilfe auf ihrer Hundedecke liegend zu Hause „gehimmelt“ zu werden.

Diese Art des Sterbens wünscht man sich für sich, wenn es soweit ist: Nach dem Legen des Venenzugangs reichen wenige Milliliter des Barbiturats zum stillen entspannten Einschlafen und im weiteren Verlauf überwechseln in die ewigen Hundejagdgründe…! Natürlich nicht ohne die Tierärztin vorher noch anzugiften und das letzte Wort zu haben…

O-Ton der Tierärztin: Nicht umsonst die beliebteste Art des Selbstmords bei Tierärzten…!

Nun wohnt Sandy auf dem Zwickel und hinterlässt viele Erinnerungen an vierzehn gemeinsame Jahre, Sandy ist der vorerst letzte Hund, den wir noch als Welpen bekommen haben und das ist doch schon etwas Besonderes im Vergleich zu unseren Tierheim-Adoptivlingen.

Diese erleichtern einem den Fortgang eines Hundes, sind sie doch insgesamt weniger als erwartet vom Anblick ihrer toten Seniorgespielin beeindruckt und scheinen sich insgeheim auf mehr Futter Hoffnung zu machen…!

Eigentlich war mit der „Vereinfachung des Lebens“ nicht Sandy gemeint, sondern unsere Fische und Vögel, die nach und nach das Haus verlassen haben: Die Fische haben wir zur „Weitervermittlung“ an die Tierhandlung abgegeben, den letzten Wellensittich kurz nach dem Ableben seines Artgenossen an Bekannte, bei denen er es nun in einer großen Voliere besser hat.

Neue Tiere gibt es erst, wenn wir nicht mehr in den Urlaub fahren:

Zu groß war die Problematik, jemanden zu finden, der die Tiere versorgt und nach dem Tod meiner lieben Nachbarin Elfriede im vergangenen Jahr gab es eigentlich gar keinen mehr, der das machen konnte und wollte.

Beim Aquarium gab es auch immer wieder „technische Probleme“: Die eigentlich sehr stabil und dauerhaft ohne großes Zutun laufende Technik versagte eigentlich nie, aber stets dann ihren Dienst, wenn jemand im Urlaub auf die Fische aufpasste oder eben als „Notfallaktion“ am Abreisetag vor einem geplanten Urlaub.

Die Vögel fristeten im Sommer ihr Dasein im Wintergarten ohne nennenswerte Zuwendung, auch wenn sie stets Artgenossen dabei hatten, stelle ich mir ein Vogelleben auch anders vor als auf das Notdürftigste versorgt im zwar großen, aber immerhin Käfig zu sitzen.

Von daher reifte seit langem der Entschluss sich zum Tierwohl von Fischen und Vögeln zu trennen, das Sandy nun in diese Welle hineingeraten ist, ist natürlich nur Zufall…!

Nun bleiben zwei Hunde zu versorgen und zu bespaßen und zugegebenermaßen sind drei Hunde ganz schön viel und gerade bei großen Altersunterschieden schwerer zu „händeln“ als zwei oder nur ein Hund.

So geht mit Sandy, aber auch mit den anderen Lebewesen ein Stück eigenes bisheriges Leben, um Neuem oder zumindest Anderem Platz zu machen…

NEIN, noch nicht tot, ein letztes Mal in der Sommersonne chillen..!

der letzte Knochen, nein, den geb ich nicht her…!

stehen kann ich nicht mehr, aber Fressen ! Henkersmahlzeit…