alle Jahre wieder V 2.0…

Unaufhörlich prasselt der Regen. Seit 24 Stunden hat Petrus alle Schleusen geöffnet, in den kurzen Verschnaufpausen wird der Regen nur weniger im Gegensatz zum Prasseln, das fast unvermindert anhält, weil sich die Regentropfen von den Bäumen lautstark ihren Weg durch das Blätterwerk zum Boden bahnen. So einen Regen hat es in diesem Jahr noch nicht gegeben…! 

Bis gestern war alles anders: Vier Tage Premium-Camping-Wetter, ungefährlich nur für diejenigen, die Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad und Dauersonne als schön und nicht als Last empfinden. 

In weiser Voraussicht punktgenau von zwei erfahrenen Ingenieuren geplant, haben Jörg und ich wie alle Jahre wieder dieses Kaiserwetter für unsere alljährliche Motorrad-Zelt-Tour erfolgreich genutzt. 

Wie nachstehende Bilder zeigen, finden  diese Touren seit fast dreißig Jahren, was die personelle Besetzung angeht, unverändert statt und selbst das „Equipment“ ist, wenn man von einem besseren Zelt und Schlafsäcken absieht gar nicht so unverändert: Während Jörg auf seiner im vergangenen Jahr gebraucht, dennoch nahezu jungfräulichen, neu gekauften BMW 1200 GS reist, sitze ich seit nunmehr 25 Jahren auf meinem von Fachkreisen manchmal gehässig „fliegenden Ziegelstein“ genannten BMW K75. 

Während Jörg`s GS mit ihrem filigranen Gitterrohrrahmen und zahlreichen designten Applikationen eher an ein undefinierbares Übungsgerät aus dem Fitnessstudio oder an ein Gimmick aus einem Überraschungsei erinnert, hat meine K 75 eher die Anmut einer fossilen stationären Beregnungspumpe, was sich sogar akustisch und über die Fahrweise (des Fahrers…?) fortsetzt…! 

Beide zeichnen sich durch uneingeschränkte Zuverlässigkeit aus und so ist auch die diesjährige Reise nicht nur schön, sondern auch störungsfrei verlaufen. 

Korsika 1990

Korsika 1990

 

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Mecklenburg-Vorpommern 2015

Zwei „exemplarische“ Reisebilder… U.a, immer mit dabei : Mein unverwüstlicher CampingGaz – Kocher… (unverpixelt…)

Ursprünglich sollte es diesmal an die Ostsee in Schleswig-Holstein und Dänemark gehen: Entgegen der letzten Jahrzehnte habe ich dieses Mal zuvor „Erkundigungen“ eingeholt – man wird nicht jünger – ob denn die von uns ins Auge gefassten Campingplätze überhaupt Platz für uns haben; „Versuch macht klug“: Die Campingplätze waren bis auf die letzte Waschwanne ausgebucht, erfreulich nur die Erfahrung bei der „Einholung“ der Auskünfte: Zwischenzeitlich sind Campingplatzbetreiber erfreulicherweise da angekommen, dass sie freundlich und vernünftig per E-Mail oder telefonisch Auskunft erteilen, entweder setzt sich notgedrungen zur Kundenbindung der „Dienstleistungsgedanke“ durch oder die Menschen sind einfach freundlicher geworden…! 

Da wir beim Wildcampen mittlerweile „Angst vor dem bösen Wolf“ haben und die Bequemlichkeit eines Gemeinschaftsklos der Spartanität eines querliegenden Baumstammes vorziehen, haben wir uns dann zunächst gedanklich in Richtung Mecklenburgische Seenplatte orientiert. Nach nur kurzem „googlen“, diesmal mit dem Suchwort „Zeltplatz“ anstatt „Campingplatz bin ich dann sehr schnell fündig geworden und unsere Reise führte uns zum „Biberhof“ in Diemitz. 

Der Biberhof will etwas anderes als der übliche Campingplatz sein und er schafft es auch: Dem Link folgend erfährt man alles über den Biberhof und die Virtualität entspricht der Realität: Man verzichtet auf Dauerstellplätz im klassischen Sinne, Rabatten und Gartenzwerge müssen draußen bleiben und trotzt Hochsaison und verschiedener „Kinderlandverschickungen“ mit Gruppenzelten und pädagogischen Begleitern findet jeder üppig Platz und alles läuft „gechillt“ ab… 

Hügelig eingebettet zwischen Feld, Wald und Seen, lädt der Biberhof zum Verweilen und Wiederkommen ein. 

Der „Rest“ ist schnell erzählt, ist er doch fast zur liebgewordenen alljährlichen Routine geworden. 

Unsere Anreise in dieses Gebiet – nicht das erste Mal – führt uns ins Wendland, um von dort aus mit der Fähre zwischen Schnackenburg und Lütkenwitsch auf die Ostseite der Elbe überzusetzen. 

Bedingt durch das Niedrigwasser fahren weder die Fähren in Neu Darchau noch die sonst immer von uns benutzte Fähre zwischen Lenzen und Pevestorf. 

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„Niedrigstwasser“ in der Elbe…: Man kann praktisch durchwaten !

Die Anreise ins „Zielgebiet“ dauert ab dem Erreichen des Ostufers der Elbe nur ca. 2 Stunden und führt uns fast durchgängig über ziemlich leere Straßen durch Wälder, Felder und unzählige Alleen. Kurz vor Erreichen des Zeltplatzes mischt sich in die Optik der eine oder andere durch die Bäume durchschimmernde See der südlichen Mecklenburger Seeplatte. 

Dies „Optik“ bleibt uns bis Montag erhalten: Durchgängig sonniges warmes Wetter, Alleen ohne Ende, leere Straßen, riesige Felder, teils verlassen wirkende authentische „Ostdörfer“, Seen, Verbindungskanäle und und und… Eine überaus liebliche Landschaft, die wir ausgiebig fahrenderweise mit dem einen oder anderen Zwischenstopp ausgiebig erkunden. Das Wetter ist so warm, dass Fahren mehr Spaß macht als anhalten, kühlt uns doch dann der Fahrtwind auf eine angenehme „Reisetemperatur“. 

So sehr wir die Wärme und das trockene Wetter zum Zelten genießen, hält es doch andererseits unsere Lust zu Besichtigungen jeglicher Art in Grenzen. 

Der Biberhof ist unser fester „Standort“ und abends leert das am Zeltplatz gelegene Restaurant „Zum Biber“ unsere Portemonnaies und füllt unsere Mägen. Unter Bäumen, auf Gartenstühlen und – tischen lässt sich das Gesehene dem einen oder anderen Lübzer Pils vom Fass gut verdauen, das Erlebte passiert noch einmal Revue und die überschaubaren Pläne für den nächsten Tag entstehen.

„Chillen“, schwatzen und entschleunigen steht im Mittelpunkt, wie jedes Mal haben wir keine ambitionierten „Fahrpläne“, das Geschehen entsteht einfach so… 

Überaus erfreulich ist, dass unsere jährliche Zelttour gefühlt seit ewigen Zeiten nur bei schönem idealen Zelt- und Motorrad-Wetter stattfindet, was wohl auf die bewährte Strategie, zwei Wochenende zu „reservieren“ und das wettermäßig beste davon auszusuchen, zurückzuführen ist.

Zu den gefahrenen Wegen und dem Gesehenen geht es hier: Jörg`s Bilder

Unsere Tour fand vom 14.08. bis 17.08.2015 statt, das frisch Erlebte ist gleich danach aufgeschrieben worden…

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