Die Stunde Null…

…liegt beim Schreiben dieses Beitrages gerade mal 38 Minuten zurück: Unsere ersten „zahlenden“ Feriengäste sind eingetroffen und haben das „Ferienhaus Wenzel“ für eine Woche bezogen ! 

Gefühlt fünf Jahre Vorbereitung zur Verwirklichung einer bereits vor mehr als zwanzig Jahren in den Grundzügen entstandenen Idee liegen hinter uns: Das Hinterhaus auf dem Grundstück ist frisch renoviert, hat ein tolles neues Bad, ist zu 95 % neu möbliert und an Feriengäste vermietbar. 

Das Ehepaar XY aus Z hat nun samt Hund heute den Anfang gemacht und nach erster Einschätzung scheint es ihnen ganz gut zu gefallen. 

Hinter uns liegen gefühlt 1000 Waschmaschinenladungen um zwanzig Bügelkilometer Bettwäsche und Handtücher, alles natürlich in zigfacher Ausfertigung, für unsere Gäste in Form zu bringen. 

Obwohl wir mit Maler- und Fliesenlegerarbeiten nicht viel zu tun hatten, waren, diesmal nicht gefühlt, hunderte von Stunden notwendig, um alles zu organisieren, einen ganzen Hausstand einzukaufen, Möbel und Lampen auszusuchen, letztere zu montieren, vorhandene Gerätschaften wieder auf Vordermann zu bringen, neue zu kaufen und anzuschließen, Ferienhausterrasse- und -garten „aufzumöbeln“  zu bringen und und und…!

Viel Zeit für andere Dinge blieb nicht, wie jedes Jahr haben wir zwar unsere „Babies“ in Form von Tomaten, Gurken, Paprika und vieles andere mehr wieder vorgezogen, diese schreien nun allerdings, nicht mehr als Babies, sondern als „ältere jugendliche“ Pflanzen dringend nach dem Auspflanzen, wofür nun – so die Hoffnung – wieder Zeit sein wird. 

Pfingstsamstag war noch einmal von zehn Stunden „Feinschliff“ geprägt, selbst gestern, bis kurz vor Eintreffen der Gäste, gab es nochmal ein paar Kleinigkeiten zu erledigen. 

Kristian hatte vorgestern noch tatkräftig mitgeholfen und das Ganze mit dem Spruch kommentiert „ich dachte mit der Schulzeit wäre das zu Ende mit dem alles auf den letzten Drücker machen…“! 

Nun, er hat sich geirrt und konnte live miterleben, was sein Vater seit fünfzig Jahren praktiziert und irgendwann in einem Buch mit dem Titel „Fünfzig Jahre auf den letzten Drücker“ münden wird. 

Nun, wie auch in den vergangenen fünfzig Jahren hat es dennoch geklappt und auf das in vielen Teilen zu Ende gedachte Ergebnis sind wir auch ein bisschen stolz. 

Es bleibt die Hoffnung, dass sich die Aufwendungen irgendwann lohnen und die Gäste zumindest überwiegend Freude machen. Nach meinem Gefühl ist nämlich für die ganze Aktion etwas zu viel Herzblut geflossen und ich muss zugeben, ich wäre enttäuscht, wenn irgendwelche hackfressigen Vandalen unsere diesbezügliche Befindlichkeit beeinträchtigen. 

Die Vermietung eines Hauses als Ferienhaus hat allerdings auch Vorteile:

Feriengäste zahlen im Voraus und sind nach spätestens zwei bis drei Wochen wieder weg, eine Dauervermietung endet ja bekanntermaßen nicht selten damit, dass der Mieter nicht mehr verschwindet und auch nicht mehr zahlt…! 

Unser Kontingent an Räumen und Renovieren ist allerdings nunmehr bis auf Weiteres ziemlich ausgeschöpft: Angefangen hat alles ja bereits im vergangenen Jahr, nämlich mit dem Umzug der Damen vom Hinterhaus ins Vorderhaus im Herbst 2014: Zunächst wurden die „Herrenzimmer“ ausgeräumt und renoviert und der Umzug der Damen organisiert und die ersten Ideen für das Ferienhaus „kreiert“. 

Insofern liegt ein mittlerweile mehr als halbjähriges multiples Räumen und Renovieren hinter uns und irgendwie hat das Ganze auch ein „bereinigendes“ Gefühl. Eine Unzahl von Dingen, die einem immer im Weg standen, von denen man sich aber nicht trennen möchte, sind nun doch nicht mehr da, viele Dinge, die nutzlos herumstanden, sind wieder einer Funktion zugeführt und so gesehen sind zahlreiche Altlasten „beerdigt“. 

Nebenbei gibt es eine neue Erfahrung:

Auch wenn die ganze „Ferienhausaktion“ letztlich einen langfristigen wirtschaftlichen Hintergrund hat, fühlt sie sich als neue und vor allem  andere Aufgabe ganz anders an als meine „originäre“ berufliche Tätigkeit , nämlich frisch und unverbraucht ! 

Trotz der nicht enden wollenden Arbeit wird scheinbar ein bisher nicht angebrochenes Reservoir an Kraft angezapft, anders kann ich mir nicht erklären, warum mir diese Arbeit, obwohl sie scheinbar nicht enden wollte, so viel Spaß gemacht hat…!

 

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