Neulich im Tiefschnee…

Leise rieselt der Schnee, dicke Flocken fallen geräuschlos zu Boden und einige bleiben sogar liegen. In der Abenddämmerung sieht das sehr schön aus und nach ein paar Stunden sind der Garten, die Straße und die Bäume mit einer feinen weißen Pulverschicht überzogen…

Der nächste Morgen…

Der weiße Bodenbelag weißt größere Tauflecken auf und von den Bäumen tropft es ziemlich nass herunter. Gut, der Winter ist nach ein paar Stunden wieder vorbei.

Auf einmal drängt sich ein merkwürdiges Geräusch in das Konzert aus Tropfen und Vogelgezwitscher. Sehr merkwürdig und erstmal nicht zuzuordnen. Es klingt ein wenig wie: Klock… chzzzzz… chzzzz… chzzzzz…. klock… Und es wiederholt sich monoton in schöner Regelmäßigkeit.

Da entdecke ich den Ursprung des Geräusches !

Der Nachbar rückt mit schwerem Geschütz den weißen Massen zu Leibe. Es sieht aus wie ein umgebauter Rasenmäher, entpuppt sich aber als eine vielfach bürstenbestückte elektrische Kehrmaschine … Akkurat seine Runden schiebend befreit er seine Einfahrt und die Straße vor seinem Grundstück von den 0,5 cm Tiefschnee. Das dauert ungefähr 10 Minuten. Ein Blick über den Zaun zeigt, dass dort keine Flocke eine Überlebenschance hatte… Die Flocken, die nach kurzer Zeit sowieso weggetaut wären.

Dass es noch wirksamere Gerätschaften gegen „Tiefschnee“ und drohendes Verkehrschaos gibt als die nachbarliche Kehrmaschine, zeigt sich nur kurze Zeit später:

Ein martialisches sonores Brummen wird schnell lauter und mit gefühlten 60 km/h rast der größte Fendt-Traktor westlich des Urals durch die 30 km/h- Zone, achtern bestückt mit einem überbreiten orangen Salzstreuer, der die mittlerweile nur noch nassglänzende Straße mit geschätzt 3 kg Salz pro Quadratmeter „würzt“…!

Drei hektische Rundumleuchten untermalen das Schneekatastrophenszenario und setzen es erst richtig in Szene…

Aufgrund der überhöhten Geschwindigkeit des Traktors ist der Spuk im Nu vorbei.

Irgendwie beruhigt es schon, dass im Dorf die Ordnungswächter so penibel und eifrig sind. So sind wir doch alle gut geschützt vor den unerwarteten Wetterkatastrophen…

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Man muss schon genau hinsehen….

PS : Der Fendt war so schnell vorbei, dass ich kein Foto mehr machen konnte…

4 Gedanken zu „Neulich im Tiefschnee…

  1. Ein Wunder, dass es dazu keinen „Brennpunkt“ in der ARD gab! Oder habe ich den verpasst?

  2. Hier in Hannover ist noch der 7.2.2015, und Du hast schon die ersten Kommentare vom 8.2.2015! Vielleicht taut der Schnee bei euch so schnell, weil Ihr schon Sommerzeit habt!

  3. Das Wendland ist seiner Zeit eben voraus! Oder ist Hannover doch tiefere Provinz, als man gemeinhin denkt? 😉

  4. Man kann diesen Wahn aber auch andersherum nutzen, einfach mal an einem schönen Frühlingsmorgen ein paar mal mit dem Schneeschieber über die trockene Einfahrt kratzen.Was meinst du, wie schnell da bei den Nachbarn die Jalousien hochgehen…;-)

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